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Kian

Unser Sohn – geboren in der 25. Schwangerschaftswoche. Von einem Moment auf den anderen stand unsere Welt still.

Was folgte, waren über vier Monate auf der Intensivstation – eine Zeit voller Sorgen, voller Fragen, Rückschläge, Hoffnungen, grosser Emotionen und einen Sohn, der Unglaubliches geleistet hat.

Wir sind unendlich dankbar für die medizinischen Möglichkeiten, die Technik, die Forschung – und vor allem für die Menschen, die uns begleitet haben. Für die Fachpersonen, die mit Kompetenz, Hingabe und Herz für unser Kind da waren. Ohne sie – und ohne die Neonatologie – hätte unser Sohn nicht überlebt.

Heute leben wir mit einem fröhlichen, neugierigen, starken Kind – und seiner kleinen Schwester. Wir sind stolz auf ihn: auf seine Lebensfreude, seine Stärke, seinen Willen. Er hat diese riesige Aufgabe angenommen – und gemeistert.

Aus dieser Zeit haben wir viel mitgenommen. Vor allem eine neue Sicht auf das Leben – und eine tiefere Dankbarkeit. Wir wissen: Wir haben das nicht allein geschafft. Es war das Zusammenspiel aus medizinischer Exzellenz, technischer Innovation, menschlicher Wärme, einem starken Team, unserer Liebe – und der unglaublichen Lebenskraft unseres Sohnes.

Ein wichtiger Teil dieses Weges war auch die Wissenschaft. Viele Fortschritte, die heute Leben retten, basieren auf Studien, Beobachtungen und technischen Entwicklungen. All das geschieht für uns Betroffene im Hintergrund des USZ – oft unbemerkt, manchmal zu Unrecht als selbstverständlich gesehen.

Für uns als Eltern war das Thema Forschung ein innerer Zwiespalt: Wir wollten helfen – in der Hoffnung, dass unser Beitrag der Ergebnisse anderen Frühgeborenen in Zukunft helfen kann. Gleichzeitig bedeutete jede Studie, jede zusätzliche Untersuchung eine potentielle Belastung für unser Kind und seinem Lebenskampf. Im Endeffekt konnten wir fast alle Studien mittragen – eine einzige lehnten wir ab, weil sie sich für uns in diesem Moment nicht richtig anfühlte. Diese Entscheidung wurde mit Verständnis seitens der Fachperson angenommen. Besonders berührt hat uns, wie respektvoll und offen das Gespräch darüber geführt wurde – ohne Druck, mit Wertschätzung für unser Bauchgefühl.

Wir können anderen Eltern keine Empfehlung geben. Jeder Weg ist individuell. Aber wir möchten Mut machen, offen mit den beteiligten Fachpersonen zu sprechen: Fragt nach, wägt ab, hört auf euer Gefühl.
Es gibt nicht den richtigen Weg – aber es gibt gute Begleitung. Und manchmal kann eine Entscheidung, die sich heute stimmig anfühlt, morgen anderen Kindern helfen.

Denn Frühgeborene sind vielleicht klein – doch ihre Aufgabe ist riesengross.
Und jeder Fortschritt, jede gezieltere Behandlung kann den entscheidenden Unterschied machen.